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Fachartikel zum Thema Versand

Smart City Logistics 4.0 – Die Revolution läuft!

Mit der Digitalisierung kommt eine Vielzahl an Herausforderungen und Chancen auf die Wirtschaft zu. Auch die Logistikbranche sieht sich mit dieser Entwicklung konfrontiert. Logistik und Digitalisierung – vereint unter der Smart-City-Logistik – verspricht eine spannende Begegnung, die eine große Dynamik am Markt entfesselt und sich an den neuen Forderungen gesellschaftlicher Trends orientieren muss. Die zahlreichen Ideen der Branche in die Praxis umzusetzen birgt dabei jedoch auch etliche Stolpersteine.

Heute trifft auf morgen

Innovative Entwicklungen in der Smart-City-Logistik zeigen, wie die Logistik erfolgreich digitalisiert werden kann. Die anhaltenden Forderungen nach einer besseren urbanen Lebensqualität werden lauter. Lärm, Schmutz, Verkehrsstau spielen dabei eine Schlüsselrolle – und werden dabei zum großen Teil vom meist ungewünschten und doch unerlässlichen Güterverkehr verursacht. Die Verbraucher schätzen die Ware, die mittels der KEP-Dienstleister transportiert wird – sind aber mit der Art und Weise der Lieferung unzufrieden. Derweilen gibt es zahlreiche Ansätze, dieses Problem zu lösen. Diverse Pilotprojekte wurden unternommen und Konzepte entworfen; von einer kostengünstigen Selbstabholung bis hin zu großen infrastrukturellen Veränderungen, die sogar urbane Transporttunnel für Güter vorsehen – große wie kleine Ideen beleben die Branche. Eine praktikable Lösung, die den Wünschen des Kunden entspricht, also schnell, flexibel, und darüber hinaus auch noch umweltfreundlich ist, umfasst das marktfähige und bereits erprobte Konzept der Smart City Logistics 4.0.

Smart City Logistics 4.0 – Was ist das?

Wenn Queen „I want it all and I want it now” sangen, beschrieben sie schon damals im Grunde die Anforderungen, die Kunden heute an die Lieferung ihrer Ware aus Onlineshops stellen. Dafür ist ein hohes Maß an Flexibilität der KEP-Dienstleister und der Versandhändler nötig, um das bewerkstelligen zu können. Was zunächst nach einer großen Herausforderung klingt, kann anhand mehrerer Variablen gelöst werden. Die Industrie 4.0 macht es in Koppelung mit der Smart-City-Logistik möglich – die Smart City Logistik 4.0:

  1. Service

Kunden wünschen sich eine Paketlieferung, die auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Die Customer Journey verlangt dafür Kontrolle, Transparenz und Geschwindigkeit. Jeder fünfte Einkaufswagen wird wegen ungenauer und langsamer Lieferzeit im Onlinehandel liegen gelassen, bei „versteckten“ Versandkosten sind es sogar 58%, die den Kaufvorgang abbrechen. Wenn Kunden darauf zählen können, dass sie Pakete schnell bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erhalten können, ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass sie den Kaufvertrag im Check-Out auch abschließen. Um das seitens der KEP-Dienstleister zu ermöglichen, ist es essentiell verschiedene Fahrzeugtypen in die Zustellflotte zu integrieren, die mehr Flexibilität garantieren können. Darüber hinaus komplettiert die Fähigkeit, flexibel Volumen, Strecken und Zeiten zwischen diesen Fahrzeugtypen ausbalancieren zu können das Versprechen des Premium Service. Fairsenden zählt deswegen in ihrer Flotte auf kleinere wie größere Lastenräder, sowie auf Elektro-Vans.

  1. Geschwindigkeit

Ein bedeutendes Asset, dass viele Firmen auch in der Corona-Krise noch nicht nutzen, sind ihre lokalen Filialen. Mit einer technischen Integration und ggf. einer Umstrukturierung des Store-Layouts können diese zu kleinen und hocheffizienten Fulfillment-Zentren werden. Die technische Integration ermöglicht es zudem, dass der Überblick über den gesamten Warenbestand stets auf aktuellem Stand ist und so auch online die Verfügbarkeit der Produkte in Echtzeit abgebildet werden kann. Hierzu bedient sich Fairsenden einem starken Industrie- und Softwarepartnernetzwerk. Im Resultat sehen Kunden auf diese Weise ihr neues Lieblingsstück im Onlinestore, das derzeit noch im Laden hängt – so wird der Bestand mit größerer Wahrscheinlichkeit bis zum Saisonende verkauft und Preisreduktionen fallen weg. Ship-from-Store lohnt sich auch deswegen, weil diese Lager oft zentraler liegen, und so für den Versand von vornherein einen deutlich kürzeren Weg bedeuten. Durch die diverse Lieferflotte kann alles, vom Kleidungsstück, liegend oder hängend, bis hin zur Waschmaschine oder Schrankwand binnen 4 Stunden zum Kunden transportiert werden.

  1. Availability

Was Ship-from-Store mit diesem Prinzip verbindet, ist eine gewinnbringende Umstellung des Filialausgleichs. Die Intralogistik flexibel zu gestalten funktioniert mit ebenso flexiblen KEP-Dienstleistern. Lokale Warenbestände werden so einfach den Bedürfnissen der Ladenkunden angepasst – suchen sie ein bestimmtes Stück, das derzeit nicht im Laden verfügbar ist, kann das noch am gleichen Tag aus einem anderen Store geliefert, oder sogar binnen eines Tages zum Kunden nach Hause gebracht werden. Mittels technisch integrierter Datenverarbeitung behalten Firmen den Überblick über die Nachfrage sowohl online als auch in den städtischen Filialen. Dieses funktioniert mittels des Echtzeitausgleichs innerhalb der heterogenen Lieferflotte mit kleinem und großem Warenvolumen. 

  1. Regionality

Obwohl sich Kunden vor der Corona-Pandemie noch etwas bei der Onlinebestellung von Lebensmitteln zögerten, haben diese mittlerweile deutlich an Beliebtheit gewonnen. Besonders stark beschäftigte, ältere oder körperlich beeinträchtigte Menschen profitieren von dieser Einkaufsmethode. Doch auch das denkt die Smart-City-Logistik 4.0 noch weiter: Mit offenen und wiederverwendbaren Kisten werden zum Beispiel Lieferungen von regionalen Wochenmärkten per eLastenräder an Kunden geliefert – lokal, emissionsfrei und komplett ohne Plastikmüll in wiederverwertbaren Umlaufverpackungen. Smarter und grüner kann dieses simple Verfahren von keiner Stadtlogistik umgesetzt werden. Regionalen Händlern wird die Möglichkeit geboten, ihre Produkte gemeinsam in einem Onlineshop zu präsentieren, in dem Kunden die Ware vorbestellen können, die vollkommenen wie unvollständigen Komplementärgüter Seite an Seite. So können Brot, Käse und Weintrauben ähnlich wie im Supermarkt an einem Platz gekauft werden – und zusätzlich garantiert lokal sein. An Wochenmarkttagen werden die Bestellungen mit Großfahrzeugen abgeholt, automatisch sortiert und mit Kleinfahrzeugen dann direkt und frisch, taggleich an die Kunden ausgeliefert.

Eine Branche im Aufbruch

Die Logistikbranche bietet heute nahezu alles, das sich Händler und Kunden wünschen. Dennoch sind es vor allem größere Anbieter, die nach wie vor die gleichen Prinzipien verfolgen wie noch vor 20 Jahren. Das heißt aber nicht, dass Händler auf eine schnelle Lieferung mit verbessertem Service verzichten müssen. Es lohnt sich deswegen, insbesondere auf der letzten Meile nach innovativeren Playern Ausschau zu halten, um die Customer Journey zu einem Erfolg zu machen. Auch ist es wichtig, dass Händler ihre eigenen Ressourcen gekonnt einsetzen und klug sowie zeitnah investieren. So gelingt es jedem, von der Smart City Logistics 4.0 zu profitieren.